Echte online Gruppenarbeit mit OneDrive

Vorgestern standen nun also unsere eigenen Medienprojekte zur Präsentation an.

 

onedriveapps

Ausgangslage

Die Vorbereitung und Umsetzung machte ich mit Valentino. Nachdem unsere Ideen für ein konkretes Unterrichtsszenario zuerst eher in Richtung Wiki gingen (zwei ortsfremde Klassen würden am gleichen Wiki während 3 Wochen ein Thema bearbeiten), entschieden wir uns dann doch für ein mutiges Experiment:

 

Real-time Online Collaboration – echte online Zusammenarbeit.

 

Dass in der heutigen Zeit orts-unabhängig gearbeitet werden kann, ist vielen Personen mittlerweilen klar. Und dies wird auch mit Hilfe von Dropbox, Wikis, eMail oder ftp-Servern fleissig umgesetzt.

Wie sieht die Situation aber aus, wenn GLEICHZEITIG und doch ORTSUNABHÄNGIG gearbeitet werden sollte?

Mögliche Anwendungsgebiete:

  • Hausaufgaben, welche am gleichen Abend als Gruppe erledigt werden sollten
  • Vertiefungsarbeiten
  • Korrektur von Schreibtext durch Mitschüler
  • Erstellen einer dringend benötigten PowerPoint-Präsentation
  • Zusammenstellen eines Budgets

 

Umsetzung:onedrive

In unserer Präsentation zeigten wir auf, welche Schritte notwendig sind, um mit einer Klasse schnellst möglich die technische Hürde hinter sich lassen zu können und den Fokus auf die Produktivität und die Inhalte zu setzen.

Um die jeweils sehr grosse technische Hürde der Logins und Freigaben auf einen gemeinsamen Ordner möglichst schnell überspringen zu können, entschieden wir uns, den Studenten eine kleine Hausaufgabe zu geben. Sie mussten innerhalb von 4 Tagen einen gültigen Microsoft-Login-Adresse in ein öffentlich zugängliches Dokument eintragen. Dies ermöglichte mir im Anschluss, unsere Studienkollegen direkt in den vorbereiteten Ordner einzuladen.

 

Folgende Präsentation enthält die Folien mit Theorie, Szenario und aktiver Experimentsphase:

 

M8z QV – echte online Gruppenarbeit

 

Resultate:

Nachdem der erste Theorieteil in ein paar wenigen Minuten erklärt war, starteten wir die Aktivierungs-Phase: Alle Studenten erhielten einen Auftrag und wurden aufgefordert, nach 10 Minuten schon wieder zurück im Zimmer zu sein und dort gemeinsam die erzielten Resultate zu begutachten.

Erstaunlich, wie schnell sich die Personen in die Arbeit vertieften!

Die Produkte aus den Gruppen, welche wie oben erwähnt ORTSUNABHÄNGIG und doch GLEICHZEITIG arbeiteten, waren für die kurze zur Verfügung stehende Zeitspanne beachtlich.

Ein Beispiel: A2 Öko-Verhalten als Grafik

 

Reflexion:

Die Reflexion fand in zwei Schritten statt:

1. KlassenrückmeldungFeedback-Klasse

  • Als Vorteil wurde die Vielfalt und doch auch Einfachheit von OneDrive erwähnt. Alles an einem Ort – mehrere Bedürfnisse gleichzeitig gedeckt.
  • Die Login-Hürde blieb in Erinnerung. Es scheint einfach ein heikles Thema zu sein, wenn neue Accounts erstellt, Passwörter gesetzt und neue Online-Services genutzt werden sollten. Zudem wurde hier dem Vorteil “eine eMail für alle Online-Accounts” der Nachteil des Spam-Risikos gegenübergestellt.
  • Als dritter Punkt wurde die etwas trägeren und nicht ganz deckungsgleichen Funktionsweisen der browserbasierten-Versionen von Word online, PowerPoint online und Excel online erwähnt. Dieser neue Umgang hinderte jedoch nicht an der Produktion von Inhalten und einer effizienten Zusammenarbeit.

 

2. Persönliche Erkenntnisin-Word-ONLINE-bearbeiten 02

Die Anspannung vor dem Experiment war bei mir hoch. Auch wussten wir bereits am Vortag, dass unserer Präsentation länger dauern wird als bei anderen Gruppen. Dies fordert entsprechend eine wertvolle Erkenntnis oder wenigstens wirklich etwas Neues!

 

Da ich selber bereits in 2 Klassen mit dem gleichen Account-Adressen-Tabellenblatt gearbeitet hatte, wusste ich, dass ein zügiger und grösstenteils funktionierender Start möglich sein wird.

Genau so zeigte es sich dann in der Klasse.

Direkt nach dem Start gab es verschiedene Reaktionen: von Erstaunen über Motivation, schnell den Auftrag zu erledigen bis hin zu eher destruktiven Inputs in die Gruppe war alles erkennbar. Gerade die letzte eher negative Arbeitshaltung wird in Zukunft hoffentlich durch das erzwungene Login und “loggen” der Textstellen (wer hat was geschrieben) vermindert. Bestimmt muss ich da als Lehrperson jedoch ein Auge darauf halten.

Dank unserem Experiment bin ich nun sicher, dass dieser Service schnell und wertvoll in neuen Klassen eingeführt werden kann. Es braucht Mut, sich hinter die neuen, in der Schule noch unbekannten Medien zu machen. Jedoch sehe ich in den vergangenen Wochen eine enorm hohe Dringlichkeit, genau dieses (ähnliche) Tool den Lernenden näher zu bringen. Denn in der momentan laufenden Vertiefungsarbeit müssen die Lernenden…

  1. … zusammenarbeiten
  2. … dies gleichzeitig während 3 Lektionen im gleichen Schulzimmer
  3. … eine sichere Backup-Strategie umsetzen, damit nicht bei den unsicheren PCs im Schulnetz oder auf dem Nachhauseweg etwas verloren geht.
  4. … schnell auf von mir als Lehrperson freigegebene Dateien zugreifen können.

Ich freue mich, dass ich mit Valentino im Modul 8z dieses Experiment umsetzen konnte. Und ich hoffe, dass auch andere Berufsschullehrpersonen auf den Zug der Real-time Online Collaboration aufspringen werden.

 

 

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